Progressive Pässe und Läufe: Wie Ballfortschritt gemessen wird

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein progressiver Pass?
Ein progressiver Pass ist ein Pass, der den Ball deutlich in Richtung gegnerisches Tor bewegt. Die übliche Definition: ein Pass, der den Ball mindestens 10 Yards näher ans gegnerische Tor bringt als zuvor (mit strengeren Schwellen in unterschiedlichen Zonen, und mindestens 30 Yards im letzten Drittel, damit er zählt). Nicht jeder Vorwärtspass qualifiziert sich. Quer- oder Rückpässe nie.
Was ist ein progressiver Lauf?
Ein progressiver Lauf ist ein Ball-Lauf, der den Ball deutlich Richtung Tor bewegt, üblicherweise mindestens 5 Yards (und meist 10+ Yards im Mittelfeld oder ins Angriffsdrittel hinein). Der Lauf muss am Fuß durch offenes Spielfeld erfolgen; kurze Ballkontakte und niedliche Drehungen auf der Stelle zählen nicht.
Warum werden diese beiden Kennzahlen oft zusammen besprochen?
Zusammen erfassen sie, wie eine Mannschaft den Ball nach vorn bewegt. Ein Mittelfeldspieler, der 6 progressive Pässe spielt und den Ball 500 Yards progressiv trägt, leistet den Großteil der Vorwärtsarbeit. Ein Verteidiger, der 80-mal pro Spiel quer passt, aber nie progressiv spielt, zeigt sich als reiner Ballbesitzspieler, was eine taktisch wertvolle Information ist.
Verwendet Tactiq progressive Kennzahlen direkt?
Progressive Pass- und Lauf-Signale tragen zum Bild der Mannschaftsform und Ballfortschritts-Identität über die letzten Spiele bei, neben xG, Pressing-Kennzahlen und Form-Indikatoren. Wie genau sie mit dem Rest dessen kombiniert werden, was die Analyse beobachtet, bleibt im Produkt.
Wie wird 'progressiv' tatsächlich gemessen?
Verschiedene Anbieter verwenden leicht unterschiedliche Schwellen. Die häufigste öffentliche Definition (popularisiert durch StatsBomb und FBref): ein Pass, der den Ball mindestens 10 Yards näher ans gegnerische Tor bringt, gemessen aus den ersten 40% des Spielfelds; höhere Schwellen gelten im mittleren und letzten Drittel. Läufe nutzen ähnliche zonenbasierte Schwellen, meist 5 bis 10 Yards je nach Zone. Genaue Werte variieren, deshalb driften Vergleiche zwischen Anbietern um wenige Prozent.
Warum sind diese Statistiken jetzt populär, vor 10 Jahren aber nicht?
Event-basierte Tracking-Daten wurden erst Mitte der 2010er für Ligen außerhalb der Top-Ligen breit verfügbar. Davor konnte man nicht zuverlässig sagen, wer den Ball trug oder wer einen progressiven Pass spielte vs. einfaches Quer-Ballhalten. Sobald die Daten kamen, brachten die Kennzahlen Muster ans Licht, die in reinen Passzahlen und Ballbesitzanteilen unsichtbar waren.